Magazinarchiv: 1996

Werkstatt Tasten

Subjektive Auswahl guter Bücher zum Thema ‚Tasten spielen‘
Als Auftakt für diesen neuen Workshop möchte ich Euch einige Literatur empfehlen, die ich für ziemlich gut halte. Dies ist kein Überblick oder gar eine objektive Wertung. Mir persönlich gefallen diese drei Bücher am besten und man kann daraus jede Menge lernen.
Zuerst aber möchte ich auf das wohl größte Problem eingehen, daß ein Workshop ‚Tasten‘ mit sich bringt – das Zielpublikum.
Aus eigenem Erleben gibt es die unterschiedlichsten Keyboarder und Pianisten mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten, Spielstilen und Techniken. Für die alle einen interessanten Workshop zu machen, ist wohl unmöglich. Trotzdem glaube ich, daß es immer wieder einige Dinge gibt, die jeden, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, egal ob seit 2 oder 22 Jahren in der Band, egal ob Akkorddrücker oder Klassiker, die also wirklich jeden interessieren werden.
Bis dahin kann ich nur empfehlen, daß Ihr Euch in einem Musikgeschäft die Bücher (auch andere) einmal genauer anschaut. Sicher entdeckt ihr Euere persönlichen Favoriten. Bis zum nächsten Mal.

Dieter Falk – Rock & Pop Piano Workshop
(Voggenreiter Verlag)
Er gefällt mir am besten: Dieter Falk. Ein Pianist, der in der christlichen Szene groß geworden ist. Seine instrumentalen Interpretationen von Kirchenliedern solltet Ihr Euch unbedingt anhören. Der Mann ist gut (entdeckte und produzierte z.B. Pe Werner).
In seinem Buch mit CD, übrigens eine erweiterte Ausgabe seiner Workshops aus der Zeitschrift ‚Keyboards‘, bringt er rockige und popige Begleitstile für Pianisten, wobei er quer durch die Stile wandert. Dabei finden sich viele Anspielbeispiele von den bekanntesten Vertretern dieser Stile. Gut kommentiert und zum Mithören auch auf CD wendet sich das Buch in erster Linie an alle Begleit-Pianisten. Übrigens: Die Übungen sind erfrischend neu, modern! Keine abgedroschenen, entschärften Übungsstücke, wie man sie in anderen Schulen oft findet. Diese hier sind direkt 1:1 in die Praxis umzusetzen. Der Schwierigkeitsgrad ist für ‚anfangende Fortgeschrittene‘ bis hin zu ‚gern Übende‘.
Mein unbedingte Empfehlung!

Jürgen Moser – Rock Piano 1&2
(Schott Verlag)
Eine umfangreichere Sammlung an Begleitstilen, rockigen, popigen, bluesigen, jazzigen, funkigen etc. Stilen findet man seiten (wenn überhaupt).
Dabei sind die beiden aufeinander aufbauenden Bände wie eine Schule angelegt. Stück für Stück steigt der Autor in die Harmonielehre ein, erklärt dabei Akkordaufbau und vergißt nicht, sorgfältig jeden einzelnen Schritt zu üben. Aber keine Etuden, Blues muß es sein. Bereits auf der dritten Seite hat man ihn (musikalisch!)
Improvisationen, Akkordfärbungen, Skalen – jede Menge an Übungsstoff wird angeboten, dabei wird sehr sorgfältig erklärt, was neu ist. Die Spielstücke, von denen die meisten auf der beiliegenden MC zu hören sind, sind bekannten Vorbildern angepaßt.
Für Einsteiger ein sehr empfehlenswertes Buch, für Fortgeschrittene eine ideale Fundgrube und ein geeignetes Werk, seine Lücken aufzufüllen.
Mir persönlich ein bißchen zu sehr schulhaft gemacht, dennoch ein ganz wichtiges Buch für jeden Pianisten.

Dräxsler/Härle – 1000 Tips für Keyboards
(Voggenreiter Verlag)
1000 Tips, so der Titel, verspricht nicht zuviel. Eine wahre Fundgrube für Pianisten und solche, die es werden wollen. Denn dieses Buch ist sehr geeignet, das Keyboard-Spielen zu lernen. Erfrischend anders als andere Schulen, wobei von vornherein das Ziel verfolgt wird, ein solider und gewandter Begleitpianist zu werden, der stilsicher und technisch perfekt auch das nötige Harmoniewissen mitbringt.
Teilweise sicher etwas trocken, aber Theorie muß sein. Dafür entlohnt der praktische Teil.
Wo findet man sonst ein Baukastensystem für die verschiedenen Stile? Intros, Hooks, Licks, Baß-Riffs, Grooves, Endings etc., sodaß man sich jedesmal neu seinen Song zusammenbauen kann. Und dies für die unterschiedlichsten Stile. Dazu gut kommentierte Techniktips, die selbst Profis gerne anschauen und jede Menge andere Informationen zum Musikmachen und Arrangieren – mit einer sehr lockernen Sprache. Als Fundgrube ein Superbuch für Anfünger und Fortgeschrittene gleichermaßen.

Links zu fortführenden MeV-Artikeln zum Thema: ‚Werkstatt Tasten‘

Ausgabe 3/96:
Werkstatt Tasten

Ausgabe 4/96:
Lead Sheet – Vom Blatt Papier zur Aufführung

Ausgabe 3/97:
Einfache Begleitung II – Einfache linke Hand

Ausgabe 1/98:
Aller guten Dinge sind 3

Ausgabe 2/98:
Heute: Standardrhythmen

Ausgabe 3/98:
Standardrhythmen – der zweite Teil


Erscheinungs-Informationen

Autor: Gerhard Hany
Magazin-Ausgabe: MeV goes Internet auf Seite 18

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