Vorneweg

Kultur der Liebe

Am 12. September diesen Jahres erreichte uns folgender Brief von Gregor Linßen ...

Liebe Freunde,

gestern hat mich wieder nur dieser Kloß im Hals gehindert, „Gott ist tot' zu rufen. Jetzt ist die einzige Konsequenz, die ich finde, dass wir unseren Kindern auch im Angesicht dieser Brutalität den Frieden beibringen müssen.

Ich arbeite gerade an einem neuen Stück:
ADAM - Die Suche nach dem Menschen.
Darin war ich gerade an der Verarbeitung der Rede, die Papstes Urban III. 1095 in Frankreich gehalten hat. Er löste damit den ersten Kreuzzug der Geschichte aus. Der Schlachtruf:
„Gott will es'. Gott kann es nicht gewollt haben!

Was gestern geschah, zeigt Parallelen:
zum Einen wird mit unmenschlicher Gewalt gegen Unschuldige versucht, etwas irdisches zu verändern, zum Anderen wird das Unfassbare von einigen Menschen mit dem Ruf „Gott ist größer' bejubelt. Ich glaube nicht, dass der Koran dazu eine Berechtigung gibt, ebenso wenig wie damals die Bibel für den Schlachtruf „Gott will es'.

Wir haben einen gemeinsamen Gott, der größer ist - in der Liebe zu uns Menschen.
Wir haben einen Gott, der es will, dass ein Mensch den anderen liebt.
Darum muss mit allen Menschen - auch mit denen, die an überhaupt keinen Gott glauben - eine gemeinsame Kultur der Liebe geben.

Ich hoffe für uns, dass es uns gelingt, unseren Teil dazu zu tun.

Im Anhang [Anm. d. Red.: S. 12] ist der Text des gestern entstandenen Liedes in einer Druckfassung. Betet ihn und gebt ihn mit diesem Brief weiter.



Autor und Erscheinungsinformationen

Gregor Linßen
Erschienen im MeV-Magazin 3/2001 auf Seite 1.

Sofern nicht anders vermerkt: © Musica e Vita e.V.
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