Wieviel Lieder brauchst Du?

Es war wirklich knapp. Das meiste war für den Gottesdienst vorbereitet. Jetzt noch schnell die Lieder. Zwei Leute waren bereit: „Wieviel Lieder brauchst Du, Michael?'
Während ich den Altar herrichte, blätterten sie das Landjugend-Liederbuch durch und wurden fündig. Die Lieder waren bekannt, manche auch „Geistlich'. Nur - mit Liturgie oder gar mit dem Thema des Gottesdienstes oder der Dynamik des Einkehrtages hatten sie herzlich wenig zu tun. Die Leute schluckten es.
Klar, ich habe den Schwarzen Peter. Was wenden wir auf, um das Evangelium aufzubereiten, auszudeuten, darzustellen! Was
braucht es Mühe, damit junge Leute sich trauen, ihre Anliegen in Fürbitten hineinwachsen zu lassen! Und dann Musik als Lückenfüllerin?
„Wieviel Lieder brauchst Du?'
Die Gegenfrage wäre: „Welche Lieder braucht ihr?' Welche Lieder, um das auszudrücken, was wir im Gottesdienst feiern, was stimmig mit der Gruppe und dem Thema ist.
Dazu ist sicher eine breite Palette an guten Liedern nötig, vor allem aber der Wille, dem Lied den notwendigen Stellenwert zu geben.
Dann werden wir (wieder) entdecken, dass „doppelt betet, wer singt' (Augustinus).


Autor und Erscheinungsinformationen

Michael Fuchs
Erschienen im MeV-Magazin 4/1997 auf Seite .

Sofern nicht anders vermerkt: © Musica e Vita e.V.
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