Magazinarchiv: 1999

‚Learning by doing‘ am Stück

Workshops in Tirschenreuth

Schlag auf Schlag, Percussion in Tirschenreuth

‚Slap‘, ‚Open‘, ‚Floating‘, ‚Sauerkraut und Wurst und Käs und‘, Opapa, Opapa, Oma komm’ her‘, ‚Ich spiel Samba, o.o.o so schön‘. Für alle, die beim Percussion-Workshop am 13.3.99 im Ketteler-Haus in Tirschenreuth waren, sind das keine unbekannten Begriffe mehr.
Nachdem die ersten Schwierigkeiten (wo ist das Ketteler-Haus?) überwunden waren, und wir dem Trommellärm bis in den richtigen Raum gefolgt waren, gings los.
Stefan Huber, der Referent, und Bernhard Denk, Jugendpfleger in Tirschenreuth, begrüßen uns sieben erstmal und warnten uns vor. Beim letzten Workshop den Stefan im Sommer hielt, hatten die Teilnehmer, dank kurzer Hosen, blaue Oberschenkel. Gott sei Dank hatten wir trotz der sommerlichen Temperaturen lange Hosen an.
Bevor wir jedoch ein Instrument in die Finger bekamen, wurden auch unsere Oberschenkel gequält. Bei verschiedenen Rhythmen und komischen Lauten, die unser Referent von sich gab (bum, dagg, bang, ba,…) lernten wir unsere Hände und Füße zwar im gleichen Takt, aber doch unabhängig voneinander zu bewegen. Nachdem unsere Hände rot und leicht geschwollen waren, durften wir erstmal zu Mambo- und Salsa-Klängen durch den ganzen Raum tanzen. Anschließend bekamen wir Bongos und Kongas in die Hand. Was für unsere Finger natürlich noch schmerzhafter war. Wir lernten Baß zu spielen, übten Slaps, Opens, Floatings. Als sich die Sache einigermaßen anhörte, versuchten wir zusammen zu spielen. Stefan natürlich immer genau gegen unseren Rhythmus.
Nachdem unser Magen doch schon ziemlich knurrte, machten wir uns zu Fuß auf ins Portofino. Anfängliche Probleme Messer und Gabel mit unseren leicht lädierten Fingern zu halten verflüchtigten sich bald.
Wieder zurück, gings gleich mit etwas kleineren Instrumenten weiter. Claves, Shaker, Glocken und Schellkränze wurden ausgeteilt und der Lärm ging erst richtig los. Jeder versuchte mit seinem Instrument einen anderen Rhythmus zu spielen, was anfangs natürlich in Chaos ausartete. Doch mit viel Konzentration hörte sich das ganze zum Schluß doch richtig gut und professionell an.
Nach der verdienten Kaffeepause arrangierten wir ein richtiges Stück, in dem auch die Kongas und Bongos wieder zum Einsatz kamen. Selbst die Zwischenspiele und Solos klappten ganz gut. Auf ein mehr oder weniger deutliches Augenzeichen unseres Referenten wußten wir wann das Zwischenspiel, bzw. der Schluß zu spielen war.
Gegen Abend beendeten wir das Ganze, obwohl einige von uns (sie konnten nicht einmal in den Pausen die Finger von den Instrumenten lassen) gerne noch weitergemacht hätten. Alles in allem war es ein lehrreicher, lustiger, fingertötender und einfach super Workshop.
Und vielen Dank an Stefan Huber, der den ganzen Lärm aushalten mußte, unsere Instrumente reparieren durfte, viel Geduld hatte und uns einen wunderbaren Tag geopfert hat.

Liedertankstelle

Gutes muß nicht neu erfunden werden …
deshalb wurde das Modell der Liedertankstelle aus Schwaben auch in der Oberpfalz einmal ausprobiert und eingeführt.
Versuchsregion (freiwillig) war Tirschenreuth. Am 4. Mai abends trafen sich etwa 20 SängerInnen und MusikerInnen quer durch die Generationen, um neue Songs, Liederbücher, CDs und ähnliches kennenzulernen. Tankwart war Jürgen Zach.
In guten zwei Stunden war der Betankungsprozeß abgeschlossen und die TeilnehmerInnen konnten etwa 10 bis 15 neue oder vergessene NGL mit nach Hause nehmen.
Viele Dinge konnten natürlich musikalisch nur angerissen werden und müssen zu Hause erst einmal nachbereitet und in die Gruppen eingeführt werden, aber sie sind erst einmal im Tank.
Wie lange der Sprit hält und ob auch andere Gruppen, Regionen, Dekanate, Jugendstellen und -sekretariate im Flug betankt werden wollen, wird die Zukunft zeigen. Die Tanks bei MeV sind jedenfalls voll …

Über den (dritten) WS ‚Chorsingen‘ gibt es leider keinen Bericht, aber gute Erfahrungen.